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Betriebswirt berufsbegleitend

Master Professional in Business Management: was der Titel bedeutet

· 5 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Titelgrafik zum Artikel über den Abschluss Master Professional in Business Management

Master Professional in Business Management ist die gesetzliche Abschlussbezeichnung des Geprüften Betriebswirts nach der Verordnung von 2020. Sie zeigt die dritte und höchste Stufe der beruflichen Fortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz an. Im Deutschen Qualifikationsrahmen steht der Abschluss auf Niveau 7, wie ein Hochschulmaster. Ein akademischer Grad ist er nicht, und neue Berechtigungen etwa für ein Masterstudium sind mit der Einordnung nicht verbunden.

Seit der Reform des Berufsbildungsgesetzes 2020 haben die drei Fortbildungsstufen eigene Bezeichnungen, die zweite und die dritte auf Englisch. Für viele Absolventen ist das eine Aufwertung, für manche Personaler eine Quelle von Missverständnissen.

Was sagt das Gesetz?

Das Berufsbildungsgesetz kennt drei Fortbildungsstufen: den Geprüften Berufsspezialisten, den Bachelor Professional und den Master Professional (§ 53a BBiG). Den Master Professional erlangt, wer die Prüfung der dritten Stufe besteht. Der Lernumfang soll mindestens 1.600 Stunden betragen, Regelzugang ist ein Abschluss der zweiten Stufe (§ 53d BBiG).

Die Bezeichnung beginnt immer mit Master Professional in. Die Fortbildungsordnung kann eine weitere Bezeichnung voranstellen. Beim Betriebswirt tut sie das: § 2 Abs. 5 der Verordnung stellt Geprüfter Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz vor den Master Professional in Business Management nach dem Berufsbildungsgesetz.

StufeBezeichnung nach § 53a BBiGLernumfang nach BBiGBeispiel
1Geprüfter Berufsspezialistmindestens 400 StundenAbschlüsse nach neueren Verordnungen
2Bachelor Professionalmindestens 1.200 StundenAbschlüsse nach neueren Verordnungen
3Master Professionalmindestens 1.600 StundenGeprüfter Betriebswirt, Master Professional in Business Management

Nicht jeder Abschluss, der als zweite Stufe gilt, trägt den Zusatz Bachelor Professional. Die Verordnungen für den Wirtschaftsfachwirt und den Handelsfachwirt etwa nennen nur Geprüfter Wirtschaftsfachwirt und Geprüfter Handelsfachwirt, sie stammen aus der Zeit vor der Reform. Für die Zulassung zum Betriebswirt spielt das keine Rolle, die Verordnung verlangt einen Fachwirt oder Fachkaufmann.

Wer darf den Titel führen?

§ 53d Abs. 4 BBiG ist eindeutig: Die Bezeichnung darf nur führen, wer die Prüfung der dritten Stufe bestanden hat oder eine gleichwertige Prüfung nach Bundes- oder Landesrecht, die diese Bezeichnung vorsieht. Ein Lehrgang allein berechtigt nicht dazu, auch nicht mit Teilnahmebescheinigung.

Wer den Betriebswirt nach einer älteren Verordnung bestanden hat, sollte bei seiner IHK nachfragen, welche Bezeichnung auf seinem Zeugnis steht und welche er führen darf.

Bedeutet DQR 7 dasselbe wie ein Master?

Die Einordnung auf Niveau 7 sagt, dass der Geprüfte Betriebswirt Kompetenzen auf demselben Anforderungsniveau bescheinigt wie ein Masterstudium. Die IHK Düsseldorf beschreibt aber auch die Grenze: Neue Berechtigungen sind mit der Zuordnung nicht verbunden. Sie hat keine rechtlichen Folgen für die Zulassung zu Bildungsgängen, die Anrechnung von Leistungen oder tarif- und laufbahnrechtliche Einstufungen. Einen Masterabschluss gibt es nur über ein Hochschulstudium.

Wer nach dem 7. April 2016 seine Prüfung beendet hat, bekommt laut IHK Düsseldorf einen DQR-Vermerk auf dem Zeugnis. Das hilft bei Bewerbungen im Ausland, weil der Europäische Qualifikationsrahmen dieselben acht Niveaus kennt.

Den Titel in der Bewerbung nutzen

Schreib den Abschluss vollständig und ohne Abkürzung, zumindest beim ersten Nennen. Ergänze die prüfende IHK, das Jahr und gegebenenfalls das DQR-Niveau. Im Anschreiben lohnt ein Satz zu den Inhalten, denn viele Personaler kennen die neuen Bezeichnungen noch nicht. Strategische Planung, internationale Leistungsprozesse, integrierte Managementsysteme und eine Projektarbeit als Entscheidungsvorlage sagen mehr als der Titel allein.

Bei Bewerbungen im Ausland hilft es, auf den Europäischen Qualifikationsrahmen zu verweisen. Ein Personaler in Wien oder Amsterdam kann mit Geprüfter Betriebswirt wenig anfangen, mit EQF Level 7 schon eher.

Was auf den Zeugnissen steht

Wer besteht, bekommt von der IHK zwei Zeugnisse (§ 17 der Verordnung). Das eine bescheinigt den Abschluss mit seiner vollen Bezeichnung. Auf dem anderen stehen die Noten der drei Prüfungsteile und die Gesamtnote, jeweils als Dezimalzahl mit einer Nachkommastelle, die Gesamtnote zusätzlich in Worten. Wurdest du von einzelnen Prüfungsbestandteilen befreit, steht auch das dort, mit Ort, Datum und dem Prüfungsgremium der anderen Prüfung.

Außerdem können die Zeugnisse nicht amtliche Bemerkungen enthalten, etwa zum erworbenen Abschluss oder, auf deinen Antrag, zu besonderen Kenntnissen, die du während der Fortbildung erworben hast. Wer zum Beispiel Zusatzqualifikationen nachweisen will, sollte das vor der Ausstellung bei der IHK ansprechen. Für Bewerbungen reichst du am besten beide Zeugnisse ein.

Was der Titel nicht ersetzt

Aus unserer Sicht ist der Master Professional ein starkes Signal, solange er ehrlich verwendet wird. Ärger entsteht dort, wo Absolventen ihn in Bewerbungen auf Master verkürzen oder neben Hochschulabschlüsse stellen, als wären es dieselben. Wer in eine Stelle will, die ausdrücklich einen Hochschulabschluss verlangt, sollte im Gespräch offen sagen, was er mitbringt, und mit Praxis und Projektarbeit argumentieren. Das überzeugt nach unserer Erfahrung mehr als jede Abkürzung.

Wie sich Betriebswirt und Masterstudium im Alltag unterscheiden, beschreibt Betriebswirt oder Master?. Welche Betriebswirt-Abschlüsse es sonst gibt, zeigt Welcher Betriebswirt?, den Weg zum Studium Betriebswirt und Hochschulzugang. Was 1.600 Stunden Lernumfang im Alltag heißen, steht in 1.600 Stunden Lernumfang, den Gesamtüberblick gibt der Ratgeber zum Geprüften Betriebswirt.

Häufige Fragen

Ist der Master Professional ein akademischer Master? +

Nein. Er ist ein Fortbildungsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz auf der dritten Fortbildungsstufe. Im Deutschen Qualifikationsrahmen steht er auf demselben Niveau 7 wie ein Hochschulmaster, ein akademischer Grad ist er nicht.

Wie schreibe ich den Abschluss in den Lebenslauf? +

Vollständig lautet er Geprüfter Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz, Master Professional in Business Management nach dem Berufsbildungsgesetz. Im Lebenslauf reicht meist Geprüfter Betriebswirt (Master Professional in Business Management) mit der prüfenden IHK und dem Jahr.

Darf ich mich Master nennen? +

Führen darfst du die Abschlussbezeichnung Master Professional in Business Management. Ein verkürztes Master oder ein Kürzel wie M.A. oder M.Sc. erweckt den Eindruck eines Hochschulgrades und gehört nicht in Bewerbungen.

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