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Betriebswirt berufsbegleitend

Welcher Betriebswirt? IHK, Fachschule und VWA im Vergleich

· 5 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Titelgrafik zum Artikel über die verschiedenen Betriebswirt-Abschlüsse

Hinter dem Wort Betriebswirt stehen sehr verschiedene Abschlüsse. Der Geprüfte Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz ist ein bundeseinheitlicher IHK-Abschluss der dritten Fortbildungsstufe, im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 7 und mit dem Zusatz Master Professional in Business Management. Der Staatlich geprüfte Betriebswirt ist ein Fachschulabschluss nach Landesrecht, andere Betriebswirte vergeben Akademien oder Verbände nach eigenen Regeln.

Wer sich einen Betriebswirt-Lehrgang aussucht, sollte deshalb zuerst wissen, welchen Abschluss er am Ende in der Hand hält. Die Bezeichnung allein sagt wenig.

Welche Betriebswirte gibt es?

AbschlussWer prüftRechtsgrundlageEinordnung
Geprüfter Betriebswirt nach dem BBiG, Master Professional in Business ManagementIHKBundesverordnung von 2020dritte Fortbildungsstufe, DQR 7
Staatlich geprüfter BetriebswirtFachschuleLandesrechtFachschulabschluss
Betriebswirt einer Verwaltungs- und WirtschaftsakademieAkademieeigene Prüfungsordnungje nach Land und Akademie
Betriebswirt eines Verbands oder privaten AnbietersAnbietereigene Regelnkeine einheitliche Einordnung
Bachelor oder Master in BetriebswirtschaftHochschuleHochschulrechtakademischer Grad

Die IHK Braunschweig weist ausdrücklich darauf hin, dass unter den vielen Betriebswirt-Abschlüssen nur der IHK-Betriebswirt auf DQR-Niveau 7 steht.

Der Geprüfte Betriebswirt nach dem BBiG

Die Verordnung vom 18. Dezember 2020 regelt Prüfung und Abschlussbezeichnung bundesweit. Das Berufsbildungsgesetz kennt drei Fortbildungsstufen, der Betriebswirt steht auf der dritten (§ 53a BBiG). Wer besteht, darf den Abschluss Master Professional in Business Management führen, mit der vorangestellten Bezeichnung Geprüfter Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz.

Die Prüfung hat drei Teile: drei schriftliche Aufgabenstellungen mit je 240 Minuten, eine mündliche Prüfung von bis zu 45 Minuten und einen projektbezogenen Teil mit Hausarbeit, Präsentation und Fachgespräch. Einzelheiten stehen in Aufbau der Betriebswirt-Prüfung.

Der Staatlich geprüfte Betriebswirt

Den Staatlich geprüften Betriebswirt erwirbst du an einer Fachschule für Wirtschaft. Die Ausbildung regeln die Länder, sie schließt mit einer staatlichen Prüfung an der Schule ab. Auch die Fachschule kann über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden, weil sie auf einen landesrechtlich geregelten Fortbildungsabschluss vorbereitet.

Für den Geprüften Betriebswirt ist der Staatlich geprüfte Betriebswirt kein Endpunkt. Mit dem Fachschulabschluss und einem Jahr Berufspraxis danach wirst du zur IHK-Prüfung zugelassen (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 der Verordnung). Wie die Praxis aussehen muss, erklärt Voraussetzungen für den Geprüften Betriebswirt.

Was ist mit VWA und privaten Abschlüssen?

Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien vergeben eigene Betriebswirt-Abschlüsse, oft berufsbegleitend und mit langer Tradition. Ihre Einordnung ist uneinheitlich. Im Saarland etwa zahlt das Land für den Betriebswirt VWA der dortigen Akademie den Aufstiegsbonus, das ist aber eine Landesregel.

Bei Abschlüssen von Verbänden und privaten Anbietern gilt: Sie können fachlich gut sein, sind aber kein öffentlich-rechtlicher Fortbildungsabschluss. Für das Aufstiegs-BAföG zählt das: Gefördert wird die Vorbereitung auf öffentlich-rechtliche Prüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder gleichwertige Abschlüsse nach Bundes- oder Landesrecht und an anerkannten Ergänzungsschulen (§ 2 AFBG).

Hochschulzugang mit beiden Abschlüssen

Für ein späteres Studium sind der Geprüfte Betriebswirt und der Staatlich geprüfte Betriebswirt gleich gut aufgestellt. Nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 6. März 2009 erhalten Inhaber von Fortbildungsabschlüssen nach dem Berufsbildungsgesetz eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, wenn die Lehrgänge mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Dasselbe gilt für Abschlüsse von Fachschulen nach der Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz. Umgesetzt wird das im Hochschulrecht der Länder, die Hochschule prüft im Einzelfall.

Wichtig für die Wahl: Die Hochschulzugangsberechtigung öffnet den Weg in ein Bachelorstudium. Ob du mit einem Fortbildungsabschluss auch direkt in einen Masterstudiengang kommst, regeln Landesrecht und die Prüfungsordnung des Studiengangs. Einzelheiten stehen in Betriebswirt und Hochschulzugang.

Bei Betriebswirt-Abschlüssen von Akademien und Verbänden lohnt sich vor dem Start ein Blick in die Hochschulordnung deines Landes. Fehlt dort die Anerkennung, bleibt oft nur der Weg über eine fachgebundene Zugangsberechtigung mit Berufspraxis und Eignungsprüfung.

Welcher Betriebswirt passt zu mir?

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:

  1. Welche Vorbildung hast du? Mit einem Fachwirt ist der Geprüfte Betriebswirt der nächste Schritt. Ohne Fortbildungsabschluss und mit Ausbildung kann eine Fachschule passen.
  2. Wie viel Zeit hast du neben dem Job? Einen Lehrgang zum Geprüften Betriebswirt kannst du berufsbegleitend machen, eine Fachschule in Vollzeit verlangt eine Pause im Beruf.
  3. Was willst du mit dem Abschluss erreichen? Wer einen bundesweit einheitlichen Abschluss auf Master-Niveau will, wählt den Geprüften Betriebswirt.

Was das DQR-Niveau 7 bedeutet und was nicht, steht in Master Professional in Business Management.

Wo die Namensvielfalt Ärger macht

Aus unserer Sicht schadet eine unklare Abschlussbezeichnung in Bewerbungen. Wer nur Betriebswirt in den Lebenslauf schreibt, lässt offen, ob es ein IHK-Abschluss auf Niveau 7, eine Fachschule oder ein Verbandszertifikat ist. Schreib den vollständigen Titel und, beim IHK-Abschluss, den Zusatz Master Professional in Business Management dazu. Personaler, die die Unterschiede kennen, sehen dann auf einen Blick, was du mitbringst.

Wie du nach einem Fachwirt einsteigst, erklärt Betriebswirt nach dem Fachwirt, den Gesamtüberblick gibt der Ratgeber zum Geprüften Betriebswirt.

Häufige Fragen

Ist der Staatlich geprüfte Betriebswirt dasselbe wie der Geprüfte Betriebswirt? +

Nein. Der Staatlich geprüfte Betriebswirt ist ein Fachschulabschluss nach Landesrecht. Der Geprüfte Betriebswirt ist ein bundeseinheitlicher Fortbildungsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz auf der dritten Fortbildungsstufe, geprüft von der IHK.

Kann ich nach dem Staatlich geprüften Betriebswirt noch den Geprüften Betriebswirt machen? +

Ja. Eine staatliche oder staatlich anerkannte Prüfung an einer kaufmännischen Fachschule plus mindestens ein Jahr Berufspraxis nach dem Abschluss berechtigt zur Zulassung (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 der Verordnung).

Welcher Betriebswirt steht auf DQR-Niveau 7? +

Der Geprüfte Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz, also der IHK-Abschluss mit dem Zusatz Master Professional in Business Management. Andere Abschlüsse mit Betriebswirt im Namen sind anders eingeordnet.

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